Wie können kommunale Flächen durch eine angepasste Pflege ökologisch aufgewertet werden, ohne dass ein erheblich größerer Aufwand und Investitionen erforderlich sind? Die Arbeit von Bauhofmitarbeitenden ist sehr vielfältig und die Pflege kommunaler Flächen nur ein Teil davon. Oft scheitert der Wunsch, Pflegemaßnahmen naturgemäß und professionell durchzuführen, an den Faktoren Zeit und Effizienz – und selten am Willen.
Fortbildungsreihe „Fachpfleger/Fachpflegerin des öffentlichen Grüns“
Diese Fortbildungsreihe zielt genau auf dieses Anliegen ab. Sie wurde von Thomas Brecht als Leiter des Arbeitskreises Weiterbildung beim Landesverband Hessen für Obstbau, Gartenbau und Landschaftspflege e. V. (LOGL) vor einigen Jahren entwickelt. Brecht sah den Bedarf für fachgerechte Schulungsmaßnahmen zur Weiterqualifizierung von Bauhofpersonal. Die ersten Absolventen waren die Mitarbeiter des Bauhofs in Biblis. Der Landschaftspflegeverband hat das Format mit ihm und dem Kreisverband Bergstraße zur Förderung des Obstbaus, der Garten- und Landschaftspflege weiterentwickelt und führt die Fortbildungsreiche gemeinsam in Mitgliedskommunen durch.
Module naturgemäßer Heckenschnitt, Obstbaumschnitt und Mahd
Die Fortbildung besteht aus drei Modulen: dem Heckenschnitt im Ortsbereich, der Obstbaumpflege und dem Mähen innerörtlicher Flächen. Zu allen Modulen gibt es einen Theorie- und einen Praxisteil. Die Praxisteile finden auf unterschiedlichen Flächen der teilnehmenden Kommunen statt. Unterstützt wird die Fortbildung von externen Dozentinnen und Dozenten, beispielsweise von der Hessischen Gartenbauakademie.
Stefanie Seitz, die die Veranstaltungsreihe für den Landschaftspflegeverband organisiert und Thomas Brecht sind sich bewusst, dass sich nicht alle Arbeitsschritte, die optimal für die Natur und die Artenvielfalt sind, in den Arbeitsalltag integrieren lassen. „Doch schon kleinere Anpassungen sind ein erster Schritt“, bestätigen beide.
Möglichkeit des Austauschs untereinander
Ein positiver Nebeneffekt ist der Austausch untereinander: Bei den Praxisteilen und in den Pausen bei einem Imbiss können sich die Kolleginnen und Kollegen der unterschiedlichen Bauhöfe über ihre tägliche Arbeit austauschen und gegenseitig Tipps geben. Denn jeder Bauhof ist anders aufgestellt. In manchen gibt es Gärtnertrupps, in vielen ist hingegen jeder für alles zuständig.
Dabei kommt oft der Wunsch, dass die Öffentlichkeit von den Verwaltungen besser über die Gründe für eine nur teilweise Mahd oder einen aus Sicht eines Betrachters nicht korrekten Heckenschnitt informiert werden. Denn eine naturgemäße Maßnahme bedeutet manchmal auch, dass nicht alles so akkurat und ordentlich aussieht, wie es sich manche Menschen vorstellen. Der Landschaftspflegeverband wird dazu Material ausarbeiten.
Jährliche Fortsetzung der Fortbildungsreihe seit 2024
2024 haben die Bauhöfe von Viernheim, Lampertheim und Bürstadt an der Fortbildung teilgenommen. 2025 folgten die Bauhöfe von Einhausen und Lorsch, 2026 wird die Reihe mit dem Bauhofpersonal von Abtsteinach, Gorxheimertal und Birkenau fortgesetzt.
Mittelfristig ist geplant, Auffrischungskurse zu einzelnen Themen anzubieten. Hierbei wird selbstverständlich auch auf die Wünsche der Mitgliedskommunen eingegangen.
Teilnahme für Mitgliedskommunen kostenlos
Die Kosten werden komplett von den beiden Veranstaltern getragen wurden. Zusätzlich bietet der Landschaftspflegeverband allen Bauhofmitarbeitenden der Mitgliedskommunen kostenlose Praxis-Kurzschulungen für den fachgerechten Obstbaumschnitt auf den eigenen kommunalen Flächen an.