Eine Strecke grob am PC überlegen, sie im Vorfeld ablaufen und nachjustieren, dabei Fotos machen und Stellen für Aufgaben festlegen: Eine Tour wird von Stefanie Seitz, stellvertretende Geschäftsführerin des Landschaftspflegeverbands Bergstraße, immer gut vorbereitet.
Doch die Tour im Rahmen der Zwingenberger Ferienspiele zeigte wieder einmal, dass eine gewisse Flexibilität durchaus sinnvoll ist, um auf Überraschungen unterwegs reagieren zu können. Doch der Reihe nach. Am Treffpunkt „Bunten Löwen” erhielten die elf Teilnehmerinnen und Teilnehmer eine ausgedruckte Karte mit der Strecke und markierten Punkten sowie mehrere Fotos. „Mit der Karte müsst ihr unsere Strecke bestimmen. An den Markierungen findet ihr eines der Bilder – und die dazu passende Aufgabe zum Thema Natur und Biodiversität in meinem Rucksack“, erklärte Seitz den Kindern. „Ich weiß genau, wo das ist“, rief einer der Jungs sofort beim Blick auf sein Foto und lief zu einer Stelle im Stadtpark. Dort bekamen alle einen kleinen Spiegel, um „mal eine ganz andere Perspektive der Umgebung zu erhalten“. Eine Teilnehmerin erklärte stolz, dass sie so schon drei Vögel über sich beobachten konnte.
Weiter ging es durch die Hohl in den „Zwingenberger Dschungel“, wie die Veranstalterin den schmalen Pfad hoch in die Weinberge nannte. Dabei mussten alle über umgestürzte Bäume klettern und dem am Weg wachsenden Grün ausweichen. „Hier war ich noch nie“, staunten mehrere Kinder.
Über verschiedene Stationen ging es durch die Weinberge, wo an einem versteckten Sitzplatz natürlich auch eine gemeinsame Pause eingelegt wurde. Unterwegs wurden im Rahmen des Themas „Bionik“ technische Erfindungen der Menschen den tierischen oder pflanzlichen Vorbildern zugeordnet, Blätter bestimmt und Fragen zu Amphibien und Reptilien beantwortet. Im Steinbruch sollten Bilder von Tieren verschiedenen Lebensräumen zugeordnet werden. „Im Sand lebt fast niemand, dafür auf Wald und Wiese viele Tiere“, war die gemeinsame Erkenntnis nach diesem Zuordnungsspiel.
Den Abschluss sollte eine Abkühlung im Kneippbecken an der Orbishöhe bilden. Doch hier war gerade ein Mitarbeiter des ZKD dabei, das Wasser abzulassen, um das Becken zu reinigen. Nur noch wenige Zentimeter Wasser waren im Becken. „Dürfen wir trotzdem rein?“, fragten alle. „Wenn ihr mir bei der Reinigung helft, klar“, war die trockene Antwort. Und so wurden mehrere Besen verteilt, und die Kinder schrubbten und fegten mit Eifer und unter genauen Anweisungen das Becken. Spannend wurde es, als eine Teilnehmerin das Wasser wieder aufdrehen durfte. Es musste zuerst über mehrere kleinen Becken gestaut werden, bevor es wieder in das Hauptbecken und so über die Füße der Ferienspielkinder floss. Leider musste die Gruppe weiter, bevor das Becken wieder voll war. Über weitere schmale Schleichwege ging es zurück zum Start. Das Thema „Amphibien am Orbisteich“ auf dem Weg wurde etwas abgekürzt, schließlich hatten alle den Lebensraum „Feuchtgebiet“ gerade selbst erlebt.